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Motorrad fahren im Zittauer Gebirge Zittauer Gebirge

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Motorrad fahrenim Zittauer Gebirge

Der Motorrad-Guide fürs Zittauer Gebirge: kurvige Strecken rund um Oybin und Lückendorf, Grenzfahrten nach Tschechien, Sehenswürdigkeiten, Werkstätten und die beste Reisezeit.

Das Zittauer Gebirge liegt im äußersten Südosten Sachsens, dort wo im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien aufeinandertreffen. Es ist das kleinste Mittelgebirge Deutschlands: Auf gerade einmal 1,5 bis 4 Kilometer Breite zieht sich der Kamm über rund 14 Kilometer entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Genau diese Enge macht das Revier für Motorradfahrer reizvoll: Auf wenigen Kilometern wechseln Sandsteinfelsen, bewaldete Hänge und freistehende Vulkankuppen einander ab. Seit 2007 ist die Region als Naturpark Zittauer Gebirge ausgewiesen, der hundertste Naturpark Deutschlands.

Motorrad vor einem rot gestrichenen Umgebindehaus an der Dorfstraße
Umgebindehaus an der Dorfstraße – die typische Bauweise der Region

Zittau auf 242 Metern ist das natürliche Tor zum Gebirge. Hier am Stadtring beginnen gleich zwei Bundesstraßen: die B 96, die dem Spreetal nach Nordwesten Richtung Bautzen folgt, und die B 99, die die Lausitzer Neiße nach Norden Richtung Görlitz begleitet. Wer von der Autobahn kommt, rollt über die B 178 heran, die von der A 4 bei Weißenberg auf gut 42 Kilometern über Löbau bis ins Dreiländereck führt. Östlich der Stadt bildet die Lausitzer Neiße die Grenze zu Polen, das Dreiländereck selbst liegt nur wenige Kilometer entfernt. Die eigentlichen Fahrstrecken im Gebirge sind dann schmaler und kurviger — Staatsstraßen, die die Kurorte miteinander verbinden.

Die Gipfel über den Wäldern bestehen aus zwei verschiedenen Gesteinen. Der Sockel ist Sandstein, die höchsten Punkte dagegen sind erloschene Vulkane aus Phonolith und Basalt. Die Lausche misst 792,6 Meter und ist damit nicht nur der höchste Berg des Zittauer und des gesamten Lausitzer Gebirges, sondern auch die höchste Erhebung Deutschlands östlich der Elbe. Der Hochwald (tschechisch Hvozd) folgt mit 749,5 Metern, gekrönt vom steinernen Hochwaldturm aus dem Jahr 1892. Beide sind Grenzberge — die Kammlinie bildet hier zugleich einen Teil der Wasserscheide zwischen Ostsee und Nordsee.

Prägend fürs Auge ist der ständige Wechsel aus Fels und Wald. Verwitterter Sandstein türmt sich zu Felsengruppen wie den Nonnenfelsen bei Jonsdorf oder den Klippen am Töpfer (582 m), während Kuppen wie der Jonsberg (653 m) und der Buchberg (651 m) die Kammlinie staffeln. Zwischen Zittau, Oybin und Jonsdorf kreuzt zudem immer wieder die Zittauer Schmalspurbahn mit ihren Dampfzügen die Straße — 750 Millimeter Spurweite, ein rund 16 Kilometer langes Netz — und gibt dem Revier ein unverwechselbares Bild.

Rotes Barockgebäude mit Nebengebäude unter Wolkenhimmel
Barocker Baubestand am Wegesrand

Die Kernachse fürs Motorrad läuft von Zittau über Olbersdorf hinauf in die Kurorte Oybin (389 m) und Jonsdorf (442 m) und weiter nach Lückendorf. Es sind keine langen Alpenpässe, sondern dichte, enge Kurvenfolgen mit spürbaren Steigungen, immer wieder gerahmt von Umgebindehäusern — der typischen Fachwerk-Blockbau-Bauweise der Oberlausitz. Am Fuß des Anstiegs liegt bei Olbersdorf der Olbersdorfer See, ein gefluteter Braunkohletagebau, der als Landmarke den Übergang von der Neißeebene in die Berge markiert. Am westlichen Ende des Kamms liegen Waltersdorf und Großschönau am Fuß der Lausche; von dort führen kleine Straßen wieder hinab ins Mandautal.

Der markanteste Übergang ist die Gabler Straße bei Lückendorf. Lückendorf ist der einzige deutsche Ort auf der Südseite des Gebirgskamms und liegt zwischen 398 und 515 Metern; über die alte Handelsstraße, die einst Ostsee und Mittelmeer verband, quert man den Kamm zum tschechischen Nachbarort Petrovice. Der Grenzübergang ist für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen frei und damit die naheliegende Verbindung auf die böhmische Seite, wo das Lausitzer Gebirge (Lužické hory) die Tour ohne Bruch verlängert.

Das Fahrgefühl unterscheidet sich deutlich von dem in den großen Gebirgen: Statt langer Serpentinen bekommt man Abwechslung auf engem Raum. Eine Tagestour kombiniert das Zittauer Gebirge fast zwangsläufig mit dem nördlich anschließenden Oberlausitzer Bergland und den Mittelgebirgen jenseits der Grenze — dem Lausitzer Gebirge und dem weiter südöstlich gelegenen Isergebirge. So wird aus einem kompakten Kamm ein Drehkreuz für Runden durch drei Länder, mit häufigen Grenzübertritten zwischen Deutschland, Tschechien und Polen.

Mehrere Motorräder auf einer geschwungenen Landstraße durch Felder
Geschwungene Landstraße durch die Felder

Praktisch fügt sich das alles zu Runden, die selten nur im Zittauer Gebirge bleiben. Vom Neißetal aus lässt sich der Kamm über Oybin und Lückendorf queren, auf der böhmischen Seite entlang der Lužické hory Richtung Jablonné v Podještědí oder Hrádek nad Nisou fahren und über einen der Grenzübergänge wieder nach Sachsen zurückkehren. Nördlich schließt das hügelige Oberlausitzer Bergland an, östlich jenseits der Neiße die polnische Seite um Bogatynia. Die kurzen Distanzen sind der Vorteil: Wer will, wechselt an einem Nachmittag mehrfach das Land, ohne lange Verbindungsetappen in Kauf zu nehmen.

Wer die Grenze quert, sollte Personalausweis oder Reisepass und Führerschein dabeihaben — kontrolliert wird selten, Pflicht bleibt es. Die kleinen Grenzstraßen im Gebirge sind mautfrei; die tschechische Autobahn-Vignette gilt ausschließlich auf Autobahnen (dálnice), und die liegen nicht in diesem Grenzabschnitt. Für die Landstraßen rund um Petrovice, Hrádek nad Nisou oder Jablonné v Podještědí ist also nichts weiter zu lösen.

Klimatisch ist das Zittauer Gebirge ein typisches Mittelgebirge: Die Hauptsaison reicht vom Frühjahr bis in den Herbst, und im Kammbereich um Lausche und Hochwald ist es einige Grad kühler und oft feuchter als unten im Neißetal bei Zittau. Das sorgt an heißen Sommertagen für angenehm temperierte Waldpassagen. Klare Herbsttage mit Fernsicht ins böhmische Mittelgebirge sind die beste Zeit der Saison — an ihnen reicht der Blick vom Kamm über drei Länder.

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Dein Zittauer Gebirge-Guide

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